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Prüfungsauftrag durch Radstrategie Baden-Württemberg

Seite 166: Das Land nutzt seine eigene Rechtssetzungskompetenz:
- Prüfung der Weiterentwicklung des Landeswaldgesetzes im Hinblick auf die Fahrradfreundlichkeit unter Beachtung der Anforderungen aller WaldnutzerInnen.

https://www.fahrradland-bw.de/fileadmin/user_upload_fahrradlandbw/Downloads/RadSTRATEGIE_Baden-Wuerttemberg_web.pdf


Forum Wald und Erholung

Die Verbände haben sich unter Minister Bonde auf ein gemeinsames Leitbild verständigt. Dieses sollte gemeinsam vorgestellt werden. 

https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/161018_Leitbild_Erholung_und_Sport_im_Wald.pdf
(Das Forum) strebt an, die Selbstverantwortung der Einzelnen zu fördern und bei Bedarf Vorschläge zur Weiterentwicklung von Regelungen zu erarbeiten.

Minister Hauk stellt das Leitbild alleine vor und hält an der 2-Meter Regel fest
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landesregierung-stellt-leitbild-erholung-und-sport-im-wald-vor/

Der ADFC-BW kritisiert dieses Vorgehen scharf
https://www.adfc-bw.de/fileadmin/dateien/presse/2016_11_07_PM_Leitbild_Erholung_und_Sport_im_Wald.pdf


Kampagne: "Gemeinsam Natur erleben"

Im Schwarzwald mit DIMB, ADFC-BW, Schwarzwaldverein, Schwarzwaldtourismus, BRV, ForstBW, Naturparke Schwarzwald Süd und Mitte/Nord
http://www.schwarzwald-tourismus.info/entdecken/gemeinsam-natur-erleben

Im Heilbronner Land mit DIMB, ADFC-BW, IVB, DAV, LRA Heilbronn, ForstBW, Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

Gemeinsame Wegpflege Aktionen mit dem Schwarzwaldverein u.a:
http://www.badische-zeitung.de/offenburg/wanderer-und-biker-gemeinsam-aktiv--120421045.html
http://www.badische-zeitung.de/wanderer-und-biker-hand-in-hand


Studie FVA Freiburg

Aktuell läuft eine Wiederholung der Studie der FVA Freiburg zum Verhältnis Wanderer und Mountainbiker.
https://de.scribd.com/doc/148494585/Bikestudie-Schwarzwald-pdf
Ergebnisse werden Mitte 2018 erwartet. 
Ansprechpartner: FVA Freiburg


Streckenausweisung

Nur wenige Kilometer wurden bislang umgesetzt. Der Trailanteil der tatsächlich unter die 2 Meter Regel fällt ist in der Realität gering. Oft werden auch breite, naturbelassene Wege, die eigentlich nicht unter die 2 Meter Regel fallen, zu den ausgewiesenen Singletrails hinzugezählt.

Kleine Anfrage der FDP vom 17.10.17 zum Stand der umgesetzten Projekte

http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/2000/16_2845.pdf

Pressemitteilung der Radverbände 28.11.2017: Ausweisung von Mountainbikestrecken gescheitert. 
https://dimb.de/presse/presse-artikel/916-28112017-ausweisung-von-mountainbikestrecken-gescheitert

Badische Zeitung 2.6.2018: MTB Strecken kommen nur langsam voran
http://www.badische-zeitung.de/hinterzarten/ueber-stock-und-stein-stockt-s--153180360.html

 

Bericht des MLR 2015 

Eine Abfrage bei den unteren Forstbehörden zeigt, dass aktuell ca. 150 Kilometer Trailstrecken vorhanden sind, wovon ca. 70 Kilometer seit 2014 neu ausgewiesen wurden. Zudem bestehen Planungen für einen zeitnahen Ausbau weiterer rund 80 Kilometer Trailstrecken. Insgesamt wurden in den letzten Jahren im Rahmen des vorhandenen Wegenetzes mehrere Hundert Kilometer Mountainbikerouten ausgewiesen. Die Strecken verfügen in der Regel deutlich über 10 % Trailanteile. Im Bereich Downhill sind gegenwärtig rund 30 Kilometer im Wald installiert. Auch hier ist eine zunehmende Tendenz erkennbar. (…)
Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat in den Jahren 2014 und 2015 mit über 100.000 € Konzepte zu einer naturverträglichen und touristisch sinnvollen Ausweitung von Mountainbikerouten in den sieben Naturparken unterstützt. Allein im Naturpark Südschwarzwald befinden sich annähernd 1.000 Kilometer in der Planungsphase.
https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/7000/15_7588_D.pdf 

Pilotprojekt Hochschwarzwald Gipfeltrail Süd:

Pilotprojekt Gipfeltrail fällt beim Test der Badischen Zeitung durch

Wer beim Gipfeltrail nur Trails, etwa wie in Südtirol oder im Pfälzer Wald erwartet, hat hier keine Freude. Auf den knapp 140 Kilometern finden sich zwar einige reizvolle Trail-Passagen, jedoch überwiegt der Anteil an breiten, geschotterten Forstwegen. Der Großteil der naturbelassenen Wege konnte auch vor der Ausschilderung schon befahren werden, da sie breiter sind als zwei Meter. Probleme mit Fußgängern hat es nur auf breiten Wegen gegeben (...)
http://www.badische-zeitung.de/auf-dem-gipfeltrail-durch-den-hochschwarzwald

Pilotprojekt Hochschwarzwald Gipfeltrail Nord:

Geplante Streckenführung ist laut Hochschwarzwaldtourismus gescheitert.

Eine Nordschleife wird es leider so, wie geplant, nicht geben. Wir mussten aus verschiedenen Gründen das Konzept ändern. Im kommenden Jahr wird unser Mountainbike Streckennetzetz neu konzipiert. 2018 werden wir ein neues Netz mit einigen zugehörigen Trail-Strecken anbieten können. Wir hoffen, dass Sie spätestens dann wieder den Hochschwarzwald besuchen und unsere Strecken testen.
http://www.hochschwarzwald.de/Media/Touren/Gipfeltrail-Hochschwarzwald

Forstleitung verhindert attraktive Streckenführung

Forstbezirksleiter Thomas Emmerich äußerte Verständnis für den Ärger der Waldbesitzer, wollte sich den Schuh, die Forstbehörde habe den Waldbesitzern den Trail aufgedrückt, aber nicht anziehen. "Das ist eine politische Entscheidung, keine Entscheidung der Forstverwaltung." Der Forst habe in vielen Vorgesprächen mit der HTG und der Kölner Sporthochschule, die den Gipfeltrail plant, die Position der Waldbesitzer vertreten. Forstleute hätten unter großem Zeiteinsatz bessere Lösungen gesucht. "Die haben sich zum Teil die Hacken abgelaufen für neue Vorschläge, obwohl das eigentlich nicht ihre Aufgabe ist."Im Ergebnis verliefen nun viele Abschnitte auf vorhandenen Fahrwegen, deren Benutzung der Forst nicht verbieten könne. "Von den kleinen Pfaden querfeldein ist nicht viel übrig geblieben."
http://www.badische-zeitung.de/titisee-neustadt/waldbauern-kritisieren-touristiker--134350203.html

Pilotprojekt Baiersbronn

Bei der Vorstellung des Pilotprojektes Baiersbronn im Forum Wald und Erholung sprach der Tourismus von 120.000 EUR Kosten und einer jahrelangen Abstimmungsarbeit. Diese Summe und diesen Zeitaufwand werden nur wenige Destinationen leisten können. Der ausgeschilderte Trailanteil in Baiersbronn beträgt 40km. Ein Teil dieser Kilometer verläuft auf einer früher schon genehmigten MTB Trainingsstrecke. 


Verkehrssicherungspflicht

Leitfaden zur Verkehrssicherungspflicht von Forst BW:

Leitgedanke: Auch der Waldweg ist Wald im Sinne des Gesetzes, Selbstschutz steht im Vordergrund; Waldbesucher müssen auf (niedrigen) Standard und typische Gefahren des Waldes eingestellt sein.

(…). Wer auf eigene Gefahr Waldwege betritt, kann daher nicht erwarten, dass die Waldbesitzenden Sicherungsmaßnahmen gegen waldtypische Gefahren (z.B. abgebrochene und abbrechende Äste oder Astteile, umstürzende Bäume, gut erkennbare Forstschranken, Fahrspuren von Holzschleppern etc.) ergreifen. (…) Diese haftungsrechtliche Lage ändert sich grundsätzlich auch dann nicht, wenn Waldwege als Wander oder Radwege besonders ausgewiesen und zum Zwecke der Wegeführung und Orientierung markiert werden. (…)In diesem Zusammenhang stehen auch die sog. Single-Trail-Abschnitte (Pfade unter 2 Meter Breite) als spezielle Wegeangebote, die etwa im Rahmen einer Radwegekonzeption ausgewiesen werden und vor allem von Mountainbikefahrern/innen genutzt werden können. Hier besteht ebenfalls grundsätzlich keine Ausnahme von der Haftungsbeschränkung. Das Befahrern der Wege erfolgt hier noch im Rahmen des allgemeinen Betretensrechts nach § 37 Abs. 3 LWaldG, der das Radfahren im Wald auf dafür geeigneten Wegen über zwei Meter Breite generell erlaubt. Die für das Befahren von Single-Trails wegen der 2-MeterRegelung notwendige Ausnahmegenehmigung der Forstbehörde erweitert lediglich das Betretens- bzw. das Befahrensrecht, ändert aber nichts an der haftungsrechtlichen Lage. Auch der Radfahrer auf dem Single-Trail bewegt sich im Wald auf eigene Gefahr.Single-Trails sind deswegen auch nicht als spezielle Erholungseinrichtungen einzustufen, an denen ggfs. erhöhte VSP‘en gelten.
http://www.forstbw.de/fileadmin/forstbw_infothek/forstbw_praxis/ForstBW_PRAXIS_Leitfaden_Verkehrssicherungspflicht_201511.pdf


Naturschutz

Ergebnisse Denzlinger Wildtierforum "Wildtiere & Freizeitaktivität"

Bei der von der FVA Freiburg ausgerichteten Veranstaltung wurde der hohe gesellschaftliche Wert der Erholung im Wald betont. Empfohlen wurden nur zielgerichtete Einschränkungen wo die Natur besonders sensibel ist. Die wichtige Rolle der Sportverbände bei der Sensibilisierung der Erholungsnutzer wurde hervorgehoben. Mehrere Wissenschaftler betonten, dass für die Beunruhigung und Störung des Wildes in der Fläche  vor allem die Jagdmethoden und Jadgzeiten verantwortlich sind. 


Gemeinsame Wegenutzung in der Praxis

Besucherumfrage Schwarzwald

Eine Befragung von Wanderern und Mountainbikern im Schwarzwald ergab, dass Radfahrer auf allen Wegen unterwegs sind, weil ein Pauschalverbot nicht einsichtig ist.
Die Waldbesucherzählungen zeigen, wie unterschiedlich auch das Zahlenverhältnis von Wanderern zu Mountainbikern auf den beforschten Wegen jeweils ist, es bewegt sich zwischen 9:1 und 1:1. Auch auf den laut Waldgesetz für Mountainbiker nicht erlaubten Wegen waren zwischen einem Viertel und knapp der Hälfte der Nutzer zum Erhebungszeitpunkt mit dem Rad unterwegs.
http://www.forstpolitik-umweltpolitik.uni-freiburg.de/publikationen-1/arbeitsberichte/arbeitsbericht-1-2014/at_download/file


Industrie und Handel

IHK Reutlingen:

Außerdem wollen sich IHK und Verbände gemeinsam gegen die nur in Baden-Württemberg gültige Zwei-Meter-Regel einsetzen. Die Regel besagt, dass Radfahrer nicht auf Wegen fahren dürfen, die schmaler als zwei Meter sind. Dies sind allerdings genau jene Strecken, die bei der für die Schwäbische Alb wichtigen Zielgruppe der Mountainbiker besonders beliebt sind.  
https://www.reutlingen.ihk.de/header/presse/mitteilung/schwaebische-alb-ist-top-drei/


Öffentlichkeit 

Wer wird Millionär

Die 2-Meter-Regel war Gegenstand der 500.000 EUR Frage bei "Wer wir Millionär". Die Kandidatin konnte die Frage nicht beantworten. Auch der Telefonjoker, ein Jurist aus Heilbronn", kannte die Regel nicht. 
http://www.bike-magazin.de/mtb_news/szene_news/2-meter-regel-bei-wer-wird-millionaer/a34376.html


Radiointerview Minister Hauk

Abschrift Detector.fm vom 10.7.2017

Podcast:
https://detektor.fm/politik/antritt-zwei-meter-regel-in-baden-wuerttemberg

Detector.FM: In Baden-Württemberg ist vor 200 Jahren das Fahrrad erfunden worden 30. Juni 1817 zum ersten Mal mit seiner Draisine von Mannheim nach Schwetzingen und zurück gefahren das Ereignis gilt als Geburtsstunde des Fahrrads und wird in diesem Jahr groß gefeiert das Land Baden-Württemberg hat dazu extra die Webseite 200 Jahre Fahrrad wir haben's erfunden aufgesetzt und unter „Radkultur Baden-Württemberg“ feiert man die gelebte Radkultur. Bei all der guten Laune geht allerdings ein bisschen Unter, dass in Baden-Württemberg Mountainbiken auf Trails verboten ist; denn seit 1995 gilt die Zweimeter-Regel die das Befahren von Wegen schmaler als 2m nämlich verbietet. In der Praxis werden dadurch Fahrten auf Trails und Pfaden illegal und wir möchten wissen warum das so ist. Dafür sprechen wir jetzt mit dem Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk von der CDU.

Schönen guten Tag Herr Hauk!

Minister Hauk: Guten Tag!

Das Ministerium für Verkehr feiert auf der Webseite „Radkultur Baden-Württemberg“ wörtlich eben genau das die gelebte Radkultur in ihrem Land. Jetzt gibt es aber Kritiker, die beschweren sich darüber, dass Mountainbiken auf Wegen, die schmaler als 2m sind in keinem anderen Bundesland in Deutschland verboten ist. Was sagen sie dazu?

Ja zunächst mal sage ich, dass wir 80000km Waldwege in Baden-Württemberg haben, auf denen Mountainbiken erlaubt ist. Also und dann haben wir natürlich, weil wir ein dicht besiedeltes Land sind, dichter besiedelt auch in den ländlichen Räumen, haben wir natürlich Nutzungskonflikte und Konkurrenz, Konflikte mit den Wanderern und das haben wir entschärft. Andere Länder haben andere Regeln. Wir haben so entschärft, dass wir gesagt haben ‚auf wegen unter 2 Meter Breite ist Mountainbiken nur dann erlaubt, wenn es speziell ausgewiesene Mountainbike-Trails sind‘ und das bewährt sich eigentlich ganz gut.

Gut dann gibt es aber diese Regelung, also, dass es an der Wegbreite festgemacht ist, in keinem anderen Bundesland in Deutschland. (Ja und?) Warum ist es so?

Ja, weil wir ein föderalistisches Land sind und weil wir nirgendwo so dichte Besiedlung in den ländlichen Räumen haben wie in Baden-Württemberg und weil natürlich der Schwarzwald beispielsweise auch von Wanderern so stark begangen ist wie kein anderes Mittelgebirge und deshalb wir Nutzungskonflikte zwischen den Wanderern haben und den Mountainbikern, wenn die auf zu engen Pfaden oder Wegen sich begegnen oder von hinten heranfahren und das haben wir entschärft und es klappt eigentlich ganz gut.

Also ich habe, ich höre nur hier und wieder Pauschal-Kritik aber keine Konkretisierungen. Ich glaube wer gegenseitig Rücksicht nimmt und sich daranhält und auf den ausgewiesenen Mountainbike-Trails fährt, die wir auch ausgewiesen haben und die dezentral ausgewiesen werden dann gibt es damit keine Probleme und es hat bisher jetzt in den letzten Jahren anstandslos funktioniert.

Und warum ausgerechnet diese zwei Meter, also wie kommt man auf diese zwei Meter, auf diese Zahl?

Na, ich kann auch sagen, 1,95 oder zwei Meter fünf. Das war halt damals einer – ich habe an der Regelung selber, das war noch vor meiner Amtszeit, nicht mitgewirkt, aber der entscheidende Punkt ist ja, ich meine, es ging darum, zu definieren wo treten Nutzungskonflikte auf zwischen Wandern und Mountainbikern. Und da hat man sich auf 2 Meter geeinigt. Es gab umfassende Anhörungsverfahren und dergleichen mehr. Auf 2 Meter hat man sich damals geeinigt und es funktioniert. Ich meine, bisher muss man sagen, es gibt ein paar militante Mountainbiker, die meinen, man könnte das unterminieren, aber das ist die Ausnahme. Im Regelfall funktioniert es nebeneinander, auf den breiteren Wegen anstandslos, und auf den schwereren Wegen fahren die Mountainbiker auf den ausgewiesenen Trails. Da ist kein Problem, da gibt's auch keine Wanderer oder die Wanderer wissen, dass ein Mountainbiker jederzeit kommen kann und ansonsten halt, dort wo starker Verkehr herrscht, muss man bestimmte Regeln aufstellen. Dass man die in Sachsen nicht aufstellen kann und muss ist logisch. Dort gibt's halt auch nicht so viele Mittelgebirgswanderer.

Mal zu der Einzel-Ausweisung, die sie genannt haben. Es ist ja so, dass man faktisch, wenn man unter 2m fährt und das nicht einzeln ausgewiesen ist, dass man da in der Legalität unterwegs ist und dann ist so eine Einzel-Ausweisung ja auch ziemlich teuer. Also Baiersbronn z.B., da haben 40 km Trails, die man dort ausgewiesen hat, 120.000,- € gekostet und es gibt nicht viel mehr Beispiele als Baiersbronn.

Na gut, es gibt Beispiele in Freiburg, es gibt in Baiersbronn, es gibt weitere in Ausweisung befindliche Trails, wo man sich das überlegt, aber für Baiersbronn ist ein gutes Beispiel, das ist gut, dass Sie es erwähnen, dort ist ein Schwerpunkt-Tourismus und auch vor allen Dingen ein Schwerpunkt-Tourismus im Wanderbereich und im Wandersektor und deshalb hat die Gemeinde selber ein hohes Interesse daran auch einen Mountainbike-Trail auszuweisen um einfach eine Entflechtung anbieten zu können. Also, ich sage einmal, die Initiative, solche Trails auszuweisen, geht meistens nicht irgendwie vom Land aus, sondern geht örtlich von den Gemeinden aus, die selber ein Interesse haben, Konkurrenzsituationen zu entflechten zwischen Wandern und Mountainbikern.

So, und dann müssen die dann für 40 km 120000 € in die Hand nehmen.

Ja, mein Gott…

Sie haben vorhin die militanten Mountainbiker erwähnt, die die Einzigen währen, die da Kritik üben. Unser Eindruck ist ein bisschen anderer. Es gibt ja schon verschiedene Ansätze die zwei Meter Regel zu ändern. So liegt ihrem Ministerium ja z.B. im Rahmen der Radstrategie Baden-Württemberg ein Prüfauftrag vor, inwiefern man die Regel bis 2020 abschaffen könnte. Wie weit sind Sie denn da.

Den kenne ich nicht.

Wie ist denn z.B. die Position ihres Kollegen Hermann von den Grünen, des Verkehrsministers?

Wir haben uns im Kabinett einvernehmlich auf diese Regelungen verständigt und es gibt keinen Grund sie zu überarbeiten.

Jetzt haben sie vorhin angesprochen, dass es militante Radfahrer gibt. Gibt es nicht aber auch militante Wanderer sozusagen? Also müsste man nicht irgendwie gucken, dass man das für beide Seiten vernünftig entschärfen kann?

Natürlich mag es auch militante Wanderer geben, oder besonders sensible Wanderer geben, unbestritten. Aber klar ist das in dem Fall von dem schneller Fahrenden und von dem Fahrzeug eine größere Beeinträchtigung ausgeht und insofern hat man diese Regelung wie ich meine verträglich so getroffen und ich sag noch einmal mit Ausnahme weniger militanter Kritiker kenne ich keinen der diese Regelung ernsthaft bezweifelt.

Aus der Mountainbike Community gibt es aber schon einige, die das kritisieren, das sind glaube ich nicht nur Militante,

(Minister: die haben natürlich, die haben natürlich ein hohes Interesse, dass sie überall fahren können aber das ist halt nicht möglich, weil wir halt so dicht begangen sind, wie in keinem anderen Mittelgebirge. Und da bitte ich einfach um Verständnis. Und deshalb gibt's diese Lösung in Baden-Württemberg und das lässt der Föderalismus ausdrücklich zu. Die Koalition hat sich darauf verständigt, die Vorgängerregierung hat sich darauf verständigt, dass wir diese Regelung beibehalten und deshalb werden wir Sie auch beibehalten.

Gibt's denn für diese erhöhte Gefährdungslage in Baden-Württemberg eine belastbare Datenbasis? Also worauf stützen sie da diese Annahme?

Das sind Erfahrungs-Daten und erfahrungsge… das Ganze ist erfahrungsbasiert. Wir haben da keine umfassenden Aufnahmen gemacht, weil das wiederum einen unverhältnismäßig hohen Steueraufwand bedeuten würde. Da haben wir darauf verzichtet, es ist objektiv so, dass Wanderer-Verbände und auch die Mountainbiker-Verbände auf das Ministerium auch selber zugekommen sind bzw. nach einer Regelung gerufen haben und wir haben geregelt.

Der Gesetzgeber ist nicht zur Rechenschaft verpflichtet warum er regelt, das liegt offensichtlich, liegt auf der Hand. Das ist jedem vernünftigen Menschen nachvollziehbar, warum wird es so geregelt haben und deshalb halten wir an dieser Regelung auch fest.

Nun braucht man nicht lange um rauszufinden, dass also täglich tausendfach Mountainbiker in Baden-Württemberg unterwegs sind, auch auf schmaleren Wegen. Das heißt ja, das ist ein tausendfacher Rechtsbruch, der dann passiert. Der wird aber offensichtlich nicht verfolgt. Ja, wie stehen Sie dazu, dass da so eine Lücke zwischen gesetzlichem Anspruch und der Wirklichkeit besteht.

Sie, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen auf öffentlichen Straßen ausgewiesen werden, werden tausendfach die täglich überschritten und es gibt tausendfach täglich Bußgelder, weil sie verfolgt werden, aber noch mehr werden nicht verfolgt, bzw., werden nicht festgestellt. Bei zwei Millionen Menschen die sich täglich bei Sport und Erholung in den Wäldern finden, ist es gar nicht möglich, jedem einzelnen Wanderer oder Mountainbiker eine Überwachungsperson an die Seite zu stellen. Das wollen wir auch nicht, wir sind ja kein Überwachungsstaat. Und wir machen es dort an besonders neuralgischen Stellen, die werden auch mal kontrolliert, sporadisch hin und wieder, stichprobenartig. Aber wir machen keine systematischen Kontrollen und keine permanenten Kontrollen. Das haben wir nicht, haben unsere Bürger nicht notwendig, die sind eigenverantwortlich und die wissen doch selber, was sich gehört und was man auch tun kann.

Kommen wir bei der letzten Frage nochmal zurück zu Eingangsthema. Ist Ihnen denn bekannt, dass in Baden-Württemberg das erste europäische Mountainbike auf den Markt gekommen ist und heute auch immer noch sehr, sehr viele Mountainbike-Firmen ansässig sind unter gutes Geld verdienen?

Also, das erste europäische, das weiß ich nicht, aber dass sehr gutes Geld verdient wird das ist mir sehr wohl bekannt, nicht nur beim Mountainbike, auch am E-Mountainbikes haben wir, sind wir Vorreiter in der Fragestellung aber das ändert alles nichts an der Tatsache, dass wir für eine Entflechtung des Verkehrs zwischen Wandern und Mountainbiken eintreten und dass wir das eben geregelt haben auf die besprochene Art und Weise und dass diese Regelung im Prinzip auch keine unzumutbaren Regelungen umfasst, sondern das ist alles zumutbar und jeder der auf Rücksichtnahme bedacht ist, hält sich daran.

Aber was meinen Sie denn, wo diese Firmen ihre Testfahrten durchführen?

Na, die haben im Zweifelsfall auch eigene Trails, die sie, wo sie dann ihre Räder testen.

Ist eine interessante Perspektive. Zum Schluss noch die Frage sehen Sie die Möglichkeit, dass sich in naher Zukunft an der 2m Regel in Baden-Württemberg was ändert oder ist das aus ihrer Sicht in Stein gemeißelt?

Nein, es gibt keinen Änderungsbedarf und wir werden auch nicht ändern.

Das sagt Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg und ich sage vielen Dank für das Gespräch. Danke.

https://detektor.fm/politik/antritt-zwei-meter-regel-in-baden-wuerttemberg

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