Kantonales Waldgesetz v. 11.6.1998, in Kraft seit 1. Januar 1999, zul. geänd. 1.1.2007

B Begehen und Befahren des Waldes

§6 Grundsatz

Wer Wald begeht, hat ihn gebührend zu schonen.

§7 Zugänglichkeit (Art. 14 Abs. 1 WaG)

  1. Alle Waldungen sind ungeachtet ihrer Eigentumsverhältnisse der Allgemeinheit zugänglich.
  2. Einzäunungen von Wald sind grundsätzlich unzulässig.
  3. Jungwaldflächen dürfen aus forstlichen Gründen eingezäunt werden. Andere Einzäunungen bedürfen der Bewilligung des Kantons und sind nur aus wichtigen Gründen zulässig.

§8 Veranstaltungen (Art. 14 Abs. 2 Bstb. b WaG)

(1) Veranstaltungen im Wald mit mehr als 50 Personen sind dem Gemeinderat im voraus zur Kenntnis zu bringen.

(2) Grosse Veranstaltungen im Wald bedürfen der Bewilligung des Gemeinderates. Betrifft eine bewilligungspflichtige Veranstaltung mehrere Einwohnergemeinden, entscheidet der Kanton über das Gesuch. Die betroffenen Einwohnergemeinden sind vorher anzuhören.

(3) Der Landrat bestimmt, welche Veranstaltungen im Wald der Bewilligungspflicht unterstehen. Er nimmt eine Abstufung nach Art und Grösse vor.

§10 Radfahren und Reiten

(1) Radfahren und Reiten sind auf Waldstrassen erlaubt und im übrigen Waldareal verboten.

(2) Der Gemeinderat kann das Radfahren und das Reiten

  1. auf einzelnen Waldstrassen aus wichtigen Gründen verbieten, oder
  2. im übrigen Waldareal zur Schliessung von Rad- oder Reitwegnetzen örtlich begrenzt erlauben.

(3) Vor Erlass von Verfügungen gemäss Absatz 2 ist das Einverständnis der betroffenen Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer einzuholen sowie die Revierförsterin oder der Revierförster anzuhören.

§11 Signalisation und Unterhalt (Art. 15 Abs. 3 WaG)

(1) Die Einwohnergemeinde signalisiert die Waldstrassen und wo notwendig die Maschinenwege und das übrige Waldareal. Sie trägt die Kosten.

(2) Sie kommt für denjenigen Unterhalt an Waldstrassen und Maschinenwegen auf, der von nicht-forstlichen Motorfahrzeugen, von Fahrrädern oder von Reiterinnen und Reitern verursacht wird.

Kantonale Waldverordnung (kWaV) v. 22.12.1998, in Kraft seit 1.1.1999, zul. geänd. 1.2.2009

F. Begehen und Befahren des Waldes

§17 Einzäunungsbewilligung (§7 Absatz 3 kWaG)

(1) Das Forstamt ist zuständig für die Bewilligung von Einzäunungen von Wald.

(2) Wichtige Gründe für die Einzäunung von Wald sind:

  1. der Schutz von seltenen Tier- und Pflanzenarten;
  2. der Schutz von Zoll-, Militär- und Fernmeldeanlagen;
  3. der Schutz von Ver- und Entsorgungsanlagen wie Wasseranlagen, Energieanlagen, Deponien und dgl.;
  4. andere wichtige, im öffentlichen Interesse liegende Gründe.

(3) Die Beschaffenheit der Einzäunung darf Menschen und Tiere nicht gefährden und das Waldbild nicht übermässig beeinträchtigen.

§18 Veranstaltung (§8 kWaG)

(1) Als Veranstaltung gilt jede Gruppierung von Personen, die sich aus sportlichen, gesellschaftlichen oder anderen Gründen im Wald aufhält.

(2) Zur Bestimmung der Personenzahl sind alle Personen einzubeziehen, die an der Veranstaltung anwesend sind.

§19 Veranstaltungsbewilligung (§8 Absatz 2 kWaG, § 3 Dekret)

(1) Kann eine Veranstaltungsbewilligung erteilt werden, ist das wichtige private Interesse für eine Fahrbewilligung gemäss §9 Absatz 2 kWaG gegeben.

(2) Mögliche Auflagen und Bedingungen einer Veranstaltungsbewilligung sind insbesondere:

  1. zeitliche Begrenzung der Veranstaltung,
  2. räumliche Festlegung oder Begrenzung der Veranstaltung,
  3. Benützung vorgeschriebener Anfahrtswege und Parkplätze,
  4. Einrichtung kollektiver Transportmöglichkeiten,
  5. Einrichtung mobiler, abflussloser sanitärer Anlagen,
  6. angemessene Einrichtungen zur getrennten Erfassung und korrekten Entsorgung von Abfällen,
  7. Gebot oder Verbot technischer Hilfsmittel und Einrichtungen,
  8. Wiederinstandstellung.

Dekret über die Bewilligung für Veranstaltungen im Wald v. 11.6.1998, in Kraft seit 1.1.1999, zul. geänd. 28.12.1999

§1 Bewilligungspflicht

(1) Folgende Veranstaltungen im Wald sind bewilligungspflichtig:

  1. alle Veranstaltungen mit übermässig starken Immissionen auf Fauna und Flora,
  2. reitsportliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen,
  3. radsportliche Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen,
  4. übrige Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen

(2) Bannumgänge sind bewilligungsfrei.

§2 Gesuch

(1) Das Gesuch ist spätestens zwei Monate vor der Veranstaltung beim Gemeinderat oder, wenn mehrere Einwohnergemeinden betroffen sind, beim Forstamt beider Basel einzureichen.

(2) Ist der Gemeinderat für die Bewilligung zuständig, hört er vorher die Revierförsterin oder den Revierförster an.

§3 Bewilligung

(1) Der Bewilligungsentscheid hat dem Schutz der Pflanzen und der wildlebenden Tiere sowie den Erholungs- und Freizeitinteressen der Menschen angemessen Rechnung zu tragen.

(2) Die Bewilligung kann mit Auflagen und Bedinungen versehen werden. Sie kann verweigert werden, wenn Zeitpunkt, Ort oder Routenführung ungeeignet sind oder wenn im Gebiet zu häufig bewilligungspflichtige Veranstaltungen stattfinden.

(3) Der Gemeinderat bzw. das Forstamt beider Basel informiert die betroffenen Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer in geeigneter Weise über erteilte Veranstaltungsbewilligungen.